Lernen & Wiederholung

Warum hilft häufige Wiederholung nicht, langfristig abrufbares Wissen zu erzeugen? Wenn eine Wiederholung nicht gleichzeitig eine geistige Verarbeitung bzw. Prozessierung des Lernmaterials darstellt, ist diese Form des Lernens verschwendet. Ist jedoch bei der ersten Aufnahme eines Lernstoffes die mentale Verarbeitung bewusst und intensiv, etwa durch Transformation, Assoziation, den Einsatz von Phantasie und Kreativität oder durch Visualisierung, ist Lernen durch Wiederholung meist kaum mehr erforderlich. Nur für eine langzeitige und dauerhafte Abspeicherung ist ein Wiederholen des Lernmaterials in ganz bestimmten zeitlichen Abständen wichtig. Daher kann man den Lernfaktor Wiederholung in der Regel beim schulischen Lernen kaum umgehen, denn Wiederholung ist ein evolutionär bedingtes Zeichen für das menschliche Gedächtnis, dass die betreffende Information bedeutsam ist und nicht vergessen werden sollte.

Siehe dazu Falsche Lernstrategie Nummer 1: Wiederholtes Lesen.

Literatur
Stangl, W. (2018). Falsche Lernstrategie Nummer 1: Wiederholtes Lesen. Werner Stangls Texte zum Lernen.
WWW: http://lerntipps.lerntipp.at/falsche-lernstrategie-nummer-1-wiederholtes-lesen/ (2018-12-05)