Anfassen fördert die Langzeitspeicherung

Hutmacher & Kuhbandner (2018) haben experimentell nachgewiesen, dass das menschliche Gehirn über den Tastsinn Informationen viel länger abspeichert als über andere Sinne. Mit verbundenen Augen mussten die Probanden haptisch 168 Alltagsgegenstände (z.B. einen Stift) für jeweils 10 Sekunden erkunden. Danach gaben sie in einem Test an, welches von zwei Objekten der gleichen Grundkategorie (z.B. zwei verschiedene Stifte) zuvor berührt worden war. Dabei war das Gedächtnis bei einem Test unmittelbar nach der Exploration nahezu perfekt (94%) und bei einem Test nach einer Woche (85%) immer noch sehr hoch. Diese Ergebnisse deuten darauf hin, dass eine detaillierte und dauerhafte Langzeitspeicherung ein natürliches Produkt der haptischen Wahrnehmung darstellt.

Literatur

Hutmacher, F. & Kuhbandner, C. (2018). Long-Term Memory for Haptically Explored Objects: Fidelity, Durability, Incidental Encoding, and Cross-Modal Transfer. Psychological Science, 29, 2031-2038.
Stangl, W. (2019). Stichwort: ‘Haptik’. Online Lexikon für Psychologie und Pädagogik.
WWW: http://lexikon.stangl.eu/16251/haptik/ (2019-01-14)